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french horn
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Die bewegte Geschichte des Horns:
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Die Geburtsstunde... |
Lange bevor die Menschen begannen, die Jahre zu zählen, muß
der erste Hornton zur Welt gekommen sein. Dies geschah vermutlich in noch
grauer Vorzeit im Orient...
Sicher fiel damals einem unserer Vorväter eine Art Rohr -wie es
die Natur bereithielt- in die Hände. Es war vielleicht ein Schneckengehäuse,
der Röhrenknochen eines erlegten Tiers, der hohle Stengel einer Pflanze
oder ein ausgehöhltes, an der Spitze abgebrochenes Horn eines Büffels.
Dieser Mensch mag das Rohr an die Lippen gesetzt haben, um daraus das verbliebene
Wasser, Reste von Sand oder Mark herauszupusten. Und siehe (besser höre)
da...
Die ältesten als Blasinstrumente verwendeten Schneckenhörner
dürften assyrischen Ursprungs sein oder der Induskultur entstammen.
Man vermutet ihren wahrscheinlich kultischen Gebrauch um 2000 - 1500 vor
Christus. Das altjüdische Schofar ist beispielsweise bereits aus der
Bibel bekannt. Es ist ein mundstückloses Widderhorn, das auch heute
noch im jüdischen Ritus am Neumondstag geblasen wird.
Im 7. Jhd. vor Christus kamen vermutlich aus Südwestkleinasien
die Etrusker nach Mittelitalien und wurden in der Nähe Roms ansässig,.
Sie brachten ihre etruskischen Hörner ins Land. Diese wurden aus Terrakotta
gefertigt und besaßen eine zum Halbkreis gebogene Form, die sich
noch bei zahlreichen (jedoch metallenen) Jagdhörnern des 17. und 18.
Jhd. in Frankreich und Deutschland wiederfindet.
Als sich bei den Römern das Militär-Signalwesen entwickelte,
kam das von den Etruskern übernommene CORNU zum Einsatz. Sehr schnell
hatten die Römer verstanden, es samt seiner typischen Griffstange
aus Metall zu fertigen. In Gebrauch waren ferner TUBAE und tieftönige
CORNUA. Am imposantesten war jedoch die mächtige BUCCINA: Sie war
ein Horn von über drei Meter Länge, zum Kreis gebogen und ursprünglich
das Signalhorn der Seefahrer und Hirten. Später war sie auch bei Zirkusspielen
und Gladiatorenkämpfen zu hören.
Den Buccinen vergleichbar, jedoch unabhängig von ihnen sind die
bronzezeitlichen LUREN. Man fand sie bei Ausgrabungen im altgermanischen
Siedlungsbereich. Im Moor, in dem sie vor vielleicht zwei oder drei Jahrtausenden
versanken, wurden sie so gut erhalten, daß sie beinahe unbeschädigt
ans Tageslicht gelangten. Ihre handwerkliche Herstellung ist bemerkenswert:
Das erstaunlich dünnwandige, sanft konisch verlaufende Rohr ist aus
Bronze in mehreren Stücken gegossen. Die Einzelteile wurden anschließend
kunstvoll aneinandergefügt. Das Mundstück gleicht gleicht fast
genau dem einer heutigen Tenorposaune.
Die handwerkliche Technik, solche dünnwandigen und konisch verlaufenden
Instrumente aus Metall zu formen und zu gießen, ging mit den Völkerwanderungen
verloren. Es mußte im Mittelalter erst wieder neu und mühsam
erlernt werden.
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Das Horn zur Übermittlung von Botschaften... |
In den Städten dienten Hörner den Turm- und Nachtwächtern
zum Abblasen der Stunden und um Gefahren wie z. B. Brände zu signalisieren.
Auf dem Land riefen die Gemeindehirten mit Hörnern frühmorgens
das Vieh aus den Ställen herbei, um es auf die Weideplätze zu
treiben.
Bäcker gaben v.a. in den Niederlanden mit ihren Bäckerhörnern
Signale, um ihren Kunden anzuzeigen, daß Backwaren ofenfrisch zu
haben waren oder daß der Ofen angeheizt war, damit Frauen den daheim
zubereiteten Teig zum Backen bringen konnten.
Durch Hörnerblasen gaben v.a. in Schwaben Metzgergesellen bekannt,
daß sie mit ihren flinken Fleischerwagen bereit waren, auf ihrer
Fahrt von Ort zu Ort Briefe mitzunehmen. Dies war die beliebt gewordene
Metzgerpost - die Vorfahren der späteren Postillione.
sie werden anfangs alle einfache Rinderhörner geblasen haben.
Einige hölzerne Horninstrumente waren damaligen Metallhörnern
schon weit überlegen. In Mitteleuropa muß eine Bastlernatur
unter den Hirten auf den Gedanken gekommen sein, ein Rohr aus einem gewachsenen
Bäumchen zu machen, um es zum Blasen zu verwenden. Schon 1555 erwähnte
der Zürcher Gelehrte Gesner das Alphorn. Sowohl Hirten- als auch Alphorn
wurden meist aus Tannen hergestellt, die der Länge nach halbiert und
ausgehöhlt wurden. Anschließend fügte man sie wieder zusammen
und verleimte sie gründlich. Das Mundstück wurde oft aus Buchsbaum
gedreht oder geschnitzt
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Jagdhörner... |
In der Literatur wird schon sehr früh von Jagdhörnern erzählt.
Ein Beispiel ist der "Roman d ´ Alixandre" aus dem 12. Jahrhundert.
Im "Trésor de Vénerie" des Hardouin de Fontaines-Guérin
wird von 14 unterschiedlichen Signalen berichtet. Marin Mersenne (1588-1648),
ein gelehrter Pariser Paulaner-Pater, schilderte die Möglichkeit,
wohlklingende Dreiklangsakkorde anzugeben, vorausgesetzt, daß ma
n dazu Hörner in den Stimmungsverhältnissen zueinander passend
einzurichten vermag.
Die Vorbedingungen, ein primitives Signalinstrument zu einem auch "musikalisch"
verwendbaren Jagdmusikinstrument zu machen, waren damit geschaffen.
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Die neue Generation... |
Schließlich kamen ganz neue, weit gewundene Jagdhörner in
Mode: die schnell berühmt gewordenen Parforcehörner. Die einfache
Harmonik vieler Fanfarensätze wurde durch die zwangsläufige Terzen-,
Quint- und Sexten-Stimmführung des zweiten Horns festgelegt. Dennoch
wußten die Bläser, wie z.B. der Marquis de Dampierre und die
Hofkomponisten von Ludwig XIV. die musikalischen Möglichkeiten einfallsreich
zu nutzen.
1828, 100 Jahre später, komponierte der gefeierte Opernmeister
Gioacchino Rossini "Le rendez-vous de chasse" für vier Solo-Parforcehörner
in D und Orchester.
Um die Jahrhundertwende 1700, tauchten in einigen Partituren schon
Waldhörner auf. Dadurch begann man neben den unhandlich großen
Parforcehörnern auch kleinere Typen zu bauen. So wurde ein Horn kreiert,
das die kreisrunde Form behielt, aber dessen Durchmesser mit nur zweieinhalb
Windungen die Hälfte des Parforcehorns aufwies. Außerdem wurde
das Rohr geweitet, das Ende viel stärker konisch und es besaß
einen wesentlich weiteren Schallbecher: Aus dem Jagdhorn wurde das Waldhorn.
Der warme und volle Ton ließ die Möglichkeiten bereits ahnen,
die in der Zukunft noch umgesetzt werden sollten.
In den achtziger Jahren des 18. Jhd.s gab es wohl in ganz Europa nur noch selten ein Orchester von Ruf, das nicht mindestens zwei Hornisten verpflichtet hatte. Durch verschiedene Aufsatzstücke ließen sich die Hörner von einem Halbton abwärts bis zu einer Quarte oder Quinte in der Stimmung vertiefen. Auf Hörnern galt es nun nicht mehr, extrem hohe oder virtuose Solopassagen fanfarenhaft herauszuschmettern, sondern vielmehr, sich mit schönen, runden und weichen Tönen der Orchesterharmonie anzupassen. Anton Hampel, ein Mitglied der Dresdner Kapelle, kam auf die Idee, dem Hornton durch das Einführen der Hand in den Schallbecher, den charakteristischen Ausdruck zu verleihen. Er veranlaßte auch den Instrumentenbauer Johann Werner dazu, die zur Veränderung des Stimmung aufzusetzenden Aufsatzbögen und Setzstücke so einzurichten, daß sie mitten in das Hornrohr eingefügt werden konnten. Damit war auch ein "Hauptzug" vorhanden, der es ermöglichte, geringe Stimmungsunterschiede durch Herausziehen oder Einschieben auszugleichen. Diese Erfindung wurde in perfektionierter Form in allen Orchestern eingeführt und machte das Waldhorn zum Inventionshorn. Hampel erfand darüberhinaus auch das Verfahren des "Stopfens", womit der Bläser in der Lage war, auch "künstliche" Töne zu erzeugen.
Die gestopften Töne waren im Vergleich zu den offen geblasenen
jedoch bedeutend glanzloser. Der Wunsch, dem Waldhorn einen vollkommen
chromatischen Tonvorrat zu verleihen, führte zu den unterschiedlichsten
bautechnischen Ideen, doch keines der Systeme bewährte sich. Sie wurden
schließlich durch Erfindung der Ventile überholt. Am 12.04.1818
hat das Königliche Preußische Patentamt Heinrich Stölzel
und Friedrich Blühmel ihre Erfindung bestätigt. Über Nacht
hatten sich damit die kühnsten Wunschträume aller jungen fortschrittlichen
Komponisten erfüllt. Das ideal erträumte Ventilhorn allgemein
anzunehmen, dauerte wider Erwarten noch eine ziemlich lange Zeit.
Mit dieser Möglichkeit entstanden in der Folgezeit zahlreiche Hornkonzerte
und das Horn wurde zum vollwertigen Musikinstrument.
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Bedeutende Hornisten... |
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Reiche, Gottfried (1667-1734)
Sweda, Wenzel (1638-1710) Röllig, Peter (1650-1723) Marquis de Dampierre (1676-1756) Hampel, Anton Joseph (ca. 1705-1771) Maresch, Johann Anton (1719-1794) Rudolph, Jean-Joseph (1730-1812) Leutgeb, Ignaz (ca. 1745-1811) Stich, Johann Wenzel, genannt Punto, Giovanni (1746-1803) Punto, Giovanni, vorher Stich, Johann Wenzel (1746-1803) Türrschmidt, Carl (1753-1797) Nagel, Joseph (ca. 1750-1802) Zwierzina, Frank (1750-1825) Pokorny, Beate (18. Jhd.) Lewy, Eduard Constantin (1796-1846) Lewy, Joseph Rudolf (1802-1881) Meifred, Emile (1791-1867) Strauss, Franz Joseph (1822-1905) Brain, Dennis (1921-1957) |
Palsa, Johann (1754-1792)
Lebrun, Jean (1759-1809) Belloli, Luigi (1770-1817) Boeck, Ignaz (1754-nach 1815) Boeck, Anton (1757-nach 1815) Petrides, Joseph (1755-nach 1824) Petrides, Peter (1760-nach 1824) Baumann, Hermann () Damm, Peter () Noeth, Hans () Krüger, Wilhelm () Huth, Fritz () Veleba, Josef () Thévet, Lucien () Barboteu, Georges () Leloir, Edmond () Molnár, József () Ceccarossi, Domenico () Woudenberg, Adriaan van () |
Wekre, Froydis Ree ()
Lanzky-Otto, Ib () Fransman, Holger () Bujanovsky, Vitali () Solc, Frantisek () Staicu, Paul () Civil, Alan () Tuckwell, Barry () Hess, Max () Horner, Anton () Pottag, Max () Sansonse, Lorenzo () Jones, Mason () Meek, Harold () Farkas, Philip () Grieve, Alexander J. () Matsubara, Chiyo () |
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Das Horn beschäftigt Komponisten bis heute... |
Beethoven, Ludwig van (): 5. Satz seiner Pastoralsinfonie: Hirtengesang
Brahms, Johannes (1833-1897): C-Horn-Solo im Finalsatz seiner 1. Sinfonie;
Horntrio op. 40
Mozart, Leopold (): Sinfonia Pastorella in G-Dur, Corno di pastore
Mouret, Jean-Joseph (1682-1738)
Morin, Jean-Baptiste (1677-1754)
Rossini, Gioacchino (1792-1868): Le Rendez-vous de Chasse
Sperger, Johannes M. G. (1750-1812): Rondo-Finale des Concerto per
il Corno ex D
Haydn, Joseph (1732-1809): Trio eines Menuetts, Es-Dur-Sextett
Mozart, Wolfgang A. (1756-1791): 12 Stücke für 2 Waldhörner,
KV 487; Hornkonzerte in Es-Dur, KV 417, 447, 495; Es-Dur-Horn-Quintett
KV 407; Sinfonia concertante KV 297
Todt, Johann, Christoph (2. Hälfte 18. Jhd.): Concertino für
2 Hörner und Streichorchester
Händel, Georg Friedrich (): Wassermusik (mit 2 Hörnern),
Feuerwerksmusik (3 je dreifach besetzte Hornstimmen)
Bach, Johann Sebastian (): Jagdkantate, BWV 208; Brandenburgisches
Konzert
Rosetti, Anton (ca. 1750-1792)
Wagner, Richard (): Siegfried: Ring der Niebelungen; Die Meistersinger
von Nürnberg; Tristan und Isolde
Schubert, Franz (): Nachtgesang im Walde op. 139
Weber, Carl Maria von (1786-1826): einleitende Hornstelle in der Freischütz-Ouvertüre
Schumann, Robert (1810-1856): op. 70 für Horn und Klavier; Jagdbrevier
op. 137
Strauss, Franz Joseph (1822-1905): Hornkonzert in C op. 8
Strauss, Richard (1864-1949): Till Eulenspiegel, Don Juan-Thema für
4 Hörner, Sinfonia domestica; op. 11 Konzert Nr. 1 für Horn und
Orchester Es-Dur; op. 86 Konzert Nr. 2 für Horn und Orchester Es-Dur
Hindemith, Paul (1895-1963): Sonate für vier Hörner
Britten, Benjamin (1913-1976):Serenade op. 31 für Tenor, Horn
und Streichorchester
Graas, J. (1924-)
Schuller, Gunther (1925-)
Krol, Bernhard (1920-): Corno-Concerto
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Hornschmieden... |
Es gibt heute zahlreiche Waldhorn-Marken. Jeder Hersteller benutzt sein eigenes Material und Techniken des Zusammenbaus. Hier sind einige "Hornschmieden" aufgelistet:
Alexander Amati-Kraslice Benicchio Besson Bohland & Fuchs Boosey & Hawkes Boerner Conn Couesnon Courtois Desidera Geyer Haas Holton Hueller Huettl Jiracek King Klein Knopf Kruspe Kujer Kehmann Lidl Melchior Monke Moennich Olds Orsi Paxman Pfeiffer Prinz Rampone & Cazzani Raoux Reynolds Sansone Scherzer Schmidt Schoepf Selmer Thibouville-Lamy Uhlmann Wunderlich Yamaha York
Quelle: Janetzky, K. & Brüchle, B. (1977). Das Horn. Mainz, London, New York, Tokyo: Schott.